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Weinbau + Kulturlandschaft

Nichts hat die Moselanwohner so geprägt wie der Weinbau, vom Tourismus vielleicht mal abgesehen. “Früher” hat der überwiegende Teil der Bevölkerung hier direkt oder indirekt vom Weinbau gelebt. Das kann man heute, wo die bewirtschafteten Rebflächen stark zurückgegangen sind und sich im Wesentlichen auf die sehr guten oder die einfach zu bewirtschaftenden Lagen beschränken, immer noch überall sehen. Weinbau findet noch überall statt, und die Zahl der jungen inovativen und qualitätsbewussten Winzer steigt seit einigen Jahren stark an. Die Arbeit im Weinberg ist (fast) dieselbe wie früher: Handarbeit. Maschineneinsatz ist wegen Hangneigungen jenseits aller Vorstellungen von Flachlandbewohnern meist Fehlanzeige. Unter anderem auch deshalb findet man an der Mosel noch eine weitgehend “unindustrialisierte” Landschaft und Dörfer mit engen Gassen ohne Ring aus Fabrikhallen drumherum. Nach den schlimmen Anwandlungen der 60er und 70er Jahre, dem viele schöne alte Häuser zum Opfer gefallen sind, hat sich langsam herumgesprochen, dass der Erhalt und vor allem die Restaurierung der alten Fachwerk- und Bruchsteinhäuser sowie die Pflege des Ortsbildes zwingende Voraussetzung ist, um im Wettbewerb um die Gäste mit anderen Regionen bestehen zu können. Dass diese Überzeugung noch rechtzeitig in den Köpfen der Moselaner angekommen ist, kann man zum Glück inzwischen überall sehen.

Ach ja, und der Wein selbst? … eigentlich ja der Hauptdarsteller an der Mosel, um den sich (fast) alles dreht. Wer an der Mosel schlechten Wein trinkt, macht irgendwas falsch. Natürlich erzeugt nicht jeder, der sich Winzer nennt,  auch einen Wein, der das Attribut “gut” oder gar “hervorragend” verdient.  In den 60er/70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde viel Geld mit Wein verdient, der eher in die Kategorie “Masse” fiel, als durch “Klasse” aufzufallen. Neben dem Raubbau an unserer Architektur fand gleichzeitig ein Anschlag auf das “Kulturgut Nummer 1″ statt, den Wein. Die Auswüchse von “Liebfrauenmilch & Co”, hatten auch den Moselwein gründlich in Verruf gebracht. Ganze Winzergenerationen haben viel Arbeit investiert, den versauten Ruf wieder aufzupeppeln. Mit Erfolg. Der Moselwein genießt inzwischen  weltweit wieder den hervorragenden Ruf, der ihm gebührt.  Stellvertretend für die Vielzahl der Spitzenwinzer an der Mosel sei an dieser Stelle das  Weingut Henrichs und Friderichs genannt. Viele der folgenden Fotos von Weinlese, Trauben  und Weinbergen sind in den Steillagenweinbergen dieses Weinguts entstanden, das seit Jahrhunderten in Besitz der Familie meiner Frau ist.