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Weinbergspfirsich

Der Weinbergspfirsich.  “Ruude Peesche” oder “Wingertspeesche” genannt. Witzigerweise fällt mir jetzt, wenn ich drüber nachdenke keine Bezeichnung für einen einzelnen Pfirsich ein. Der Volksmund kennt vielleicht nur den Plural weil man mit einem einzelnen Pfirsich wirklich gar nix anfangen kann. Für alle Verwendungszwecke braucht man schon wenigstens ein paar der pelzigen Gesellen. Verwendungszwecke? Eine technokratische Umschreibung für die herrlichen Gerichte, die man mit dem Weinbergspfirsich zaubern kann. Von einfach bis raffiniert macht der Weinbergspfirsich alles mit. Natürlich geht´s auch flüssig. Vom Saft über den Wein bis zum Brand: Der Weinbergspfirsich macht stets eine gute Figur. Rezepte gibt es viele. Die bisher umfangreichste und schönste Rezeptesammlung -da bin ich jetzt mal ganz bescheiden- stammt von Heike Raab, Lars Eiden und von mir. Bereits in zweiter Auflage ist das Buch im Rhein-Moselverlag erschienen: Rund um den roten Weinbergspfirsich.

Der Weinbergspfirsich, den die Römer hier an der Mosel eingeschleppt haben, hat jahrhunderte lang keine Starrolle beansprucht, sondern die Nieschen im  Weinberg ausgefüllt. Er war eigentlich immer da, aber nur den Einheimischen so richtig bewusst. Marmelade aus dem Weinbergspfirsich war schon immer der Hit, Mutti ein paar Gläser zu entlocken noch nie einfach. Um so schöner, dass -mit Unterstützung der Landesregierung- der Weinbergspfirsich in den letzten Jahren sein Schattendarsein beendet hat. Die genügsame Pflanze wächst gerne in den steilen und heißen Weinlagen der Mosel und war damit prädestiniert, die Weinbergsbrachen zu besiedeln, die der zurückgehende Weinbau hinterläßt. Das Weinbergspfirsichprojekt bringt Farbe ins Tal. Anfang April sieht man überall rosa Tupfen in den grauen Hängen. Die Weinbergspfirsichblüte entwickelt sich zur eigenen Attraktion, die Besucher anzieht. Die Menge der geernteten Pfirsiche hat enorm zugenommen. Die Vermarktungsideen auch: Weinbergspfirsichprodukte gibt es inzwischen an vielen Stellen zu kaufen. Zum Beispiel auf dem Cochemer Weinbergspfirsichmarkt, der jährlich im September stattfindet, oder ganzjährig in den Geschäften in der Cochemer Fußgängerzone.